Der elegante Cem Özdemir von den Grünen ist Deutschlands erster Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln – eine echte Erfolgsgeschichte. Historisch betrachtet hat der Aufstieg von Menschen türkischer Abstammung in einflussreiche Positionen der deutschen Gesellschaft jedoch eine ganz andere Bedeutung. Die einschlägige Geschichte Württembergs beginnt mit Konrad III. von Hohenstaufen, dem Anführer des Zweiten Kreuzzugs. Sein Feldzug ins Heilige Land scheiterte, als das deutsche Heer 1147 in der Schlacht von Doryläum von den türkischen Seldschuken vernichtend geschlagen wurde. Jahrhunderte später unternahm Württemberg einen neuen Versuch mit der Tempelgesellschaft, einer protestantischen Gruppe, die im späten 19. Jahrhundert gegründet wurde. Diese Christen wanderten in das osmanisch beherrschte Palästina aus, um dort ländliche Gemeinschaften zu gründen. Die erste Gruppe deutscher Auswanderer erreichte 1868 Haifa (heute Israels wichtigster Industriehafen). Sie gründeten weitere Siedlungen i...