Ein radikaler Tod ist kein physischer Tod, sondern ein Haltungswechsel. Er beginnt mit der Akzeptanz, dass diese Welt nicht die ist, die wir uns gewünscht haben, und mit der Erkenntnis, dass es keinen Weg gibt, sie zu retten – als könnten wir einfach andere Politiker wählen und die Welt würde sich von selbst heilen. Das ist die Falle: Wenn wir nur versuchen, kaputte Dinge zu reparieren, bleibt unser Geist gefangen in der gegenwärtigen Welt – jener Welt, die wir gerade erst als überflüssig erklärt haben. Indem wir einen Schritt zurücktreten, befreien wir uns von Arbeit und anderen Zwängen, die uns nicht mehr dienen. Wenn wir so tun, als wären wir bereits tot – wie jene Soldaten mit dem Totenkopfsymbol –, dann haben wir nicht nur nichts mehr zu verlieren, sondern niemand kann uns jemals etwas nehmen. So werden wir mächtiger als zuvor. Anstatt auf eine bessere Zukunft zu hoffen, erkennen wir, dass ein wahrer Neuanfang realistisch betrachtet damit beginnt, durch die Hölle zu rasen und mit ...
Der elegante Cem Özdemir von den Grünen ist Deutschlands erster Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln – eine echte Erfolgsgeschichte. Historisch betrachtet hat der Aufstieg von Menschen türkischer Abstammung in einflussreiche Positionen der deutschen Gesellschaft jedoch eine ganz andere Bedeutung. Die einschlägige Geschichte Württembergs beginnt mit Konrad III. von Hohenstaufen, dem Anführer des Zweiten Kreuzzugs. Sein Feldzug ins Heilige Land scheiterte, als das deutsche Heer 1147 in der Schlacht von Doryläum von den türkischen Seldschuken vernichtend geschlagen wurde. Jahrhunderte später unternahm Württemberg einen neuen Versuch mit der Tempelgesellschaft, einer protestantischen Gruppe, die im späten 19. Jahrhundert gegründet wurde. Diese Christen wanderten in das osmanisch beherrschte Palästina aus, um dort ländliche Gemeinschaften zu gründen. Die erste Gruppe deutscher Auswanderer erreichte 1868 Haifa (heute Israels wichtigster Industriehafen). Sie gründeten weitere Siedlungen i...