Ein radikaler Tod ist kein physischer Tod, sondern ein Haltungswechsel. Er beginnt mit der Akzeptanz, dass diese Welt nicht die ist, die wir uns gewünscht haben, und mit der Erkenntnis, dass es keinen Weg gibt, sie zu retten – als könnten wir einfach andere Politiker wählen und die Welt würde sich von selbst heilen.
Das ist die Falle: Wenn wir nur versuchen, kaputte Dinge zu reparieren, bleibt unser Geist gefangen in der gegenwärtigen Welt – jener Welt, die wir gerade erst als überflüssig erklärt haben. Indem wir einen Schritt zurücktreten, befreien wir uns von Arbeit und anderen Zwängen, die uns nicht mehr dienen.
Wenn wir so tun, als wären wir bereits tot – wie jene Soldaten mit dem Totenkopfsymbol –, dann haben wir nicht nur nichts mehr zu verlieren, sondern niemand kann uns jemals etwas nehmen. So werden wir mächtiger als zuvor.
Anstatt auf eine bessere Zukunft zu hoffen, erkennen wir, dass ein wahrer Neuanfang realistisch betrachtet damit beginnt, durch die Hölle zu rasen und mit einer Kraft auszubrechen, die niemand von uns erwartet hat.
Ich finde es schwierig, den radikalen Tod als Konzept zu erklären, denn es ist eigentlich nur ein Gefühl. Es ist diese scheinbar widersprüchliche Vorstellung, dass ich, wenn ich die Dinge aufgebe, die mir heute wichtig waren, morgen ein ganz neues Leben entdecken werde.
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